{"id":1054,"date":"2025-01-13T14:01:44","date_gmt":"2025-01-13T14:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.primesteps.ch\/en\/?p=1054"},"modified":"2025-01-13T14:31:18","modified_gmt":"2025-01-13T14:31:18","slug":"unternehmertum-trifft-gemeinnuetzigkeit-gerhard-jansen-gruender-der-jansen-primesteps-foundation-spricht-mit-beate-eckhardt-ueber-seine-motivation-eine-gemeinnuetzige-stiftung-zu-gruenden-und-dami","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.primesteps.ch\/en\/unternehmertum-trifft-gemeinnuetzigkeit-gerhard-jansen-gruender-der-jansen-primesteps-foundation-spricht-mit-beate-eckhardt-ueber-seine-motivation-eine-gemeinnuetzige-stiftung-zu-gruenden-und-dami\/","title":{"rendered":"NEWS &#8211; Entrepreneurship meets charity: Gerhard Jansen, founder of the Jansen PrimeSteps Foundation, talks to Beate Eckhardt about his motivation for setting up a charitable foundation to fight poverty in an entrepreneurial way. (Unfortunately, the interview is only available in German.)"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Unternehmertum trifft Gemeinn\u00fctzigkeit: Gerhard Jansen, Gr\u00fcnder der Jansen PrimeSteps Foundation, spricht mit Beate Eckhardt \u00fcber seine Motivation, eine gemeinn\u00fctzige Stiftung zu gr\u00fcnden und damit auf unternehmerische Weise Armut zu bek\u00e4mpfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>\u201cMenschen sollen nicht abh\u00e4ngig gemacht, sondern bef\u00e4higt werden\u201d<\/strong><\/p>\n\n\n<u-simple-image title=\"2025 Interview ZKB Stiftungsdialog Foto\" small=\"https:\/\/www.primesteps.ch\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2025\/01\/2025-Interview-ZKB-Stiftungsdialog-Foto-20x12.jpg\" large=\"https:\/\/www.primesteps.ch\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2025\/01\/2025-Interview-ZKB-Stiftungsdialog-Foto.jpg\" :ratio=\"1.710084\" caption=\"\" url=\"\" :animate-in-view=\"false\" size=\"small\"><\/u-simple-image>\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Herr Jansen, es ist eine grosse Freude, Sie heute bei uns zu haben. Sie sind ein Mensch, der eine lange unternehmerische Laufbahn hinter sich hat. K<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen Sie uns zu Beginn ein wenig von Ihrem Werdegang erz\u00e4<\/em><em>hlen? Was hat Sie gepr\u00e4<\/em><em>gt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen: <\/strong>Vielen Dank, Frau Eckhardt, es freut mich ebenfalls sehr, hier zu sein. Mein Weg begann als promovierter Jurist, aber meine wahre Leidenschaft lag immer im Aufbau von Unternehmen. Gemeinsam mit Martin Strehl habe ich die Schleuniger Gruppe gegr\u00fcndet, ein Technologieunternehmen, das auf Kabelverarbeitungsmaschinen spezialisiert ist. 2008 verkauften wir die Firma an Metall Zug. Ich blieb dann noch eine Weile Verwaltungsratspr\u00e4sident und habe parallel Mandate in anderen Unternehmen \u00fcbernommen und mehrere Startups mitbegr\u00fcndet. Im&nbsp;&nbsp; Jahr 2013 habe ich zusammen mit meiner Frau und in Abstimmung mit unserer Tochter die Jansen PrimeSteps Foundation ins Leben gerufen, ein Herzensprojekt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Ihr Werdegang ist beeindruckend. Aber warum eine Stiftung? Was war der Moment, in dem Sie beschlossen haben, dass dies Ihr n\u00e4<\/em><em>chster Schritt sein soll?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen:<\/strong> Wissen Sie, es war kein einzelner Moment, sondern ein schleichender, aber stetiger Prozess. Ich habe immer das Gef\u00fchl gehabt, dass das unternehmerisch erarbeitete Verm\u00f6gen nicht nur ein finanzieller Wert ist, sondern auch eine Verantwortung in sich tr\u00e4gt. Viele Menschen \u2013 mehrere hundert Mitarbeitende \u2013 haben daran mitgewirkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war uns wichtig, dass ein grosser Teil dieses Verm\u00f6gen sinn- und verantwortungsvoll eingesetzt wird. Sinnvoll erschien uns, etwas gegen das Weltproblem Armut zu unternehmen, dies aber nicht einfach durch Geld-Verteilen, sondern armen Menschen die Chancen zu erm\u00f6glichen, sich selber aus der Armut zu befreien. So entstand die Idee, eine Stiftung zu gr\u00fcnden, die nicht nur hilft, sondern Eigenleistung erm\u00f6glicht (und fordert) und echte Perspektiven schafft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt: <\/strong><em>Das klingt, als sei es Ihnen ein tiefes pers<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nliches Anliegen. War das eine Art Verpflichtung f\u00fc<\/em><em>r Sie, etwas zur\u00fc<\/em><em>ckzugeben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen: <\/strong>(lacht) Ich mag diesen Ausdruck \u201eetwas zur\u00fcckgeben\u201c ehrlich gesagt nicht. Es klingt so, als h\u00e4tte ich der Gesellschaft zuvor etwas weggenommen. Ich hoffe, das ist nicht der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns war es mehr eine logische Konsequenz: Wir hatten selber viele Chancen im Leben und wir meinen, alle sollten ihre Chancen bekommen. Aber immer mit einem klaren Fokus: Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen sollen nicht abh\u00e4ngig gemacht, sondern bef\u00e4higt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Ihre Stiftung verfolgt&nbsp; einen unternehmerischen Ansatz. K<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen Sie uns ein Beispiel geben, wie das in der Praxis aussieht?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen:<\/strong> Gerne. Eines unserer Anschub-Projekte ist <a href=\"https:\/\/www.smilinggecko.ch\/de\">Smiling Gecko<\/a> in Kambodscha. Es vereint Landwirtschaft, Bildung und Unternehmertum in einer beeindruckenden Weise. Die Menschen dort werden nicht nur unterst\u00fctzt, sondern sie lernen, eigenst\u00e4ndig zu wirtschaften und ihre Lebensbedingungen langfristig zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist genau das, was uns begeistert: Wirkungsvolle Hilfe mit Multiplikationseffekt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Das klingt logisch und nachvollziehbar. Aber wie pr\u00fc<\/em><em>fen Sie, ob Ihre Projekte tats\u00e4<\/em><em>chlich Wirkung erzielen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen:<\/strong> Die unternehmerische Erfahrung l\u00e4sst uns jeweils rasch sp\u00fcren, ob sich etwas tut und in welche Richtung es geht. Wir legen grossen Wert auf direkte Ergebnisse und sichtbare, glaubw\u00fcrdige Fortschritte. Unsere Zusammenarbeit mit Projekten ist sehr hands-on. Wir gehen nicht den Weg \u00fcber grosse Organisationen, da wir dort den direkten Bezug nicht haben und die Effektivit\u00e4t nicht gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Es ist uns wichtig, dass wir wirklich sehen und sp\u00fcren k\u00f6nnen, wie unsere Unterst\u00fctzung Leben ver\u00e4ndert. Und wir haben gelernt, dass bei existenzieller Armut schon sehr kleine Fortschritte Leben ver\u00e4ndern und Perspektiven er\u00f6ffnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Es gibt Kritiker, die sagen, Stiftungen k<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nnen in Entwicklungsl\u00e4<\/em><em>ndern Ungleichheiten verst\u00e4<\/em><em>rken. Wie begegnen Sie solchen Vorw\u00fc<\/em><em>rfen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen:<\/strong> Diese Kritik ist nicht unberechtigt. Deshalb ist es uns wichtig, Projekte zu unterst\u00fctzen, die auf Eigenverantwortung setzen. Wir schaffen keine Abh\u00e4ngigkeiten, sondern arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen, die die Bed\u00fcrfnisse vor Ort kennen. So stellen wir sicher, dass unsere Arbeit einen echten Unterschied macht. Diese Unterschiede werden sichtbar und motivieren zus\u00e4tzliche Menschen zu Eigeninitiative. Das f\u00fchrt auch zu erw\u00fcnschter Multiplikation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Lassen Sie uns \u00fc<\/em><em>ber ein anderes wichtiges Thema sprechen: die Nachfolge. Sie haben in Ihrem beruflichen Leben gro\u00dfen Wert auf eine vorausschauende Planung gelegt. Wie sieht es bei der Stiftung aus?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen:<\/strong> Nachfolge ist ein entscheidendes Thema, sei es in einem Unternehmen oder in einer Stiftung. Ich habe auch bei der Stiftung fr\u00fch an die Nachfolge gedacht. Zusammen mit dem Vizepr\u00e4sidenten der Stiftung haben wir ein umfassendes Nachfolgedokument erstellt, das klare Leitlinien f\u00fcr die Zukunft und f\u00fcr eine gr\u00f6ssere Dimension der Stiftung gibt. Dann haben wir als n\u00e4chstes ein Co-Pr\u00e4sidium eingef\u00fchrt, um die \u00dcbergabe konkreter werden zu lassen. Als Gr\u00fcnder wollen wir sicherstellen, dass die Stiftung auch ohne uns in guten H\u00e4nden bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt: <\/strong><em>Zum Schluss noch eine pers<\/em><em>\u00f6<\/em><em>nliche Frage: Wenn Sie auf die letzten zehn Jahre Ihrer Stiftung zur\u00fc<\/em><em>ckblicken, was sind die wichtigsten Lektionen, die Sie gelernt haben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen: <\/strong>Eine gute Frage. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, einen bewusst breit angelegten Stiftungszweck laufend und zunehmend konkreter zu sch\u00e4rfen. Flexibilit\u00e4t und ein schrittweises Vorgehen aufgrund der Erfahrungen sind entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p>Und etwas ganz Wichtiges: Die Arbeit in der Stiftung gibt eine unerwartet grosse Befriedigung im Erfolgsfall. Wenn also der Stiftungsrat mit Freude und Herzblut dabei ist, ist das ein gutes Zeichen daf\u00fcr, dass man auf dem richtigen Weg ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beate Eckhardt:<\/strong> <em>Vielen Dank, Herr Jansen, f\u00fc<\/em><em>r Ihre Offenheit und die Einblicke in Ihre beeindruckende Arbeit. Es war eine grosse Inspiration!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerhard Jansen:<\/strong> Danke, Frau Eckhardt, es war mir eine Freude.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Interview entstand im Rahmen des ZKB Stiftungsdialogs 2024.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Beate Eckhardt<\/strong> ist eine erfahrene Stiftungs- und Philanthropieexpertin sowie ehemalige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von SwissFoundations, dem Verband der Schweizer F\u00f6rderstiftungen. Als selbst\u00e4ndige Beraterinbegleitet sie heute gemeinn\u00fctzige Organisationen und Stiftungen bei der strategischen Ausrichtung und wirkungsorientierten Weiterentwicklung. Mit ihrer Expertise und ihrem Engagement setzt sie sich leidenschaftlich f\u00fcr nachhaltige und unternehmerische Ans\u00e4tze in der Stiftungsarbeit ein.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmertum trifft Gemeinn\u00fctzigkeit: Gerhard Jansen, Gr\u00fcnder der Jansen PrimeSteps Foundation, spricht mit Beate Eckhardt \u00fcber seine Motivation, eine gemeinn\u00fctzige Stiftung zu gr\u00fcnden und damit auf unternehmerische Weise Armut zu bek\u00e4mpfen. 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